Phnom Penh (Hauptstadt Kambodschas) 14.12. bis 21.12.
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Kambodscha auf dem Mekong (vom Mekongdelta, Vietnam) zu erreichen war ein tolles Erlebnis. Die Einreise beim Zoll ging so easy und gemuetlich ueber die Buehne wie noch niergens auf unserer bisherigen Reise…. kurz vom Boot, zu Fuss ca. 100m dem Mekong entlang und wieder aufs Boot. Nach ein paar weiteren Minuten per Boot, wieder aufs Festland "Arrival Card" ausfuellen, Stempel verpassen lassen und wieder retour aufs Boot.
Am Flussufer begruessten uns dann schon winkend die ersten kambodschanischen Kinder zu. In den Monaten die wir uns nun in Kambodscha aufhielten, beruehrten uns Land und Einwohner immer mehr und praegten uns staerker, als wir uns das erahnen konnten.
Dort erkannten wir schon gleich dass die meisten Meschen, wie auch im Mekong Delta, in Holzhaeusern die auf Pfaehlen stehen, wohnen, was mit den vielen Reisfeldern und Palmen ein idyllisches Landschaftsbild ergibt. Der groesste Teil der Khmer lebt vom Ackerbau … Haupteinahmequelle natuerlich der Reis. Bewirtschaftet wird das Land mit den einfachsten oft nicht motorischen Hilfsmittel. Wasserbueffel und Rinder werden viel auf den Feldern gebraucht. Das Landschaftsbild ist oft von leuchtend roter Erde, Reisplantagen und hohen Palmen zwischen den Plantagen, gepraegt. Der Norden und Westen Kambodschas ist gebirig (bis zu 1800 m.ue.M) und mit dichtem Dschungel und Fluessen bedeckt, der aber wegen Waldrodung leiden musste. Landschaftlich waren wir wie auch in Vietnam wieder von neuem beeindruckt.
Es war Sonntag Abend und wir kamen nach einer ca. 12 std. Fahrt, etwas erschoepft aber voellig gespannt auf das was uns erwartet, in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas an. Wir verbrachten dort ca. eine Woche und besichtigten ein paar Sehnswuerdigkeiten/Museen und was noch so klassisch dazugehoert *g* ...
Doch geschichtlich stoesst man in Kambodscha immer (abgesehen von der prachtvollen Angkor Epoche) auf das Selbe. Ob in Gespraechen, Museen, in Buechern, auf der Strasse oder auf dem Land .... Spuren des letzten Krieges sind deutlich ersichtlich (Menschen ohne Fuesse, ohne Arme, Blinde, Armut). Als wir ankamen wurden uns gleich Fahrten zu Schauplaetzen an denen vor gerade mal 30 Jahren, waehrend des Roten Khmer Regimes, schreckliche Massenmorde stattfanden, angeboten. Solche sogenannten Sehenswuerdigkeiten haben wir ausgelassen, durch das viele Lesen und Reden mit Kambodschaner ueber ihre junge traurige Geschichte, wollten wir uns nicht auch noch diese von Hass und Macht gepraegten Schauplaetze anschauen. Es ist so schon traurig genug aus einem Menschen zu hoeren dass er seine Familie dort verloren hat. Das rote Khmer Regime war ein Nebenprodukt des Vietnamkrieges. Ein Produkt von Macht und Hass gegen dass eigene Volk. Ca.3 Mill. Menschen starben in diesem Regime … wo der Fuehrer des Regimes, Pol Pot, ein Bauernstaat wollte. Es war verboten intelektuell zu sein. Ganze od. halbe Familien wurden grausam ermordet, deren Kinder mit Waffen bestueckt und in den Glauben gebracht wurden, dass die “Menschensaeuberungen” Pol Pot’s mit seinen Anhaengern machte, richtig sei. Wie man so brutal gegen sein eigenes Volk sein kann … ist unverstaendlich. Es war fuer uns deshalb anfangs nicht leicht durch ein Land zu reisen, in dem Menschen vor nicht so langer Zeit unter solch einem schrecklichen Regime leiden mussten. Das Regime ging von 1975-79, doch Pol Pot mit seinen Anhaengern fuehrte noch bis 1998 einen “Untergrundkrieg” gegen die Regierung in Phnom Penh, von der wir mal besser gar nicht anfangen.
So gibt es auch Menschen in unserem Alter die uns aus eigener Erfahrung erzaehlen konnten. In den Monaten wo wir nun hier sind haben wir uns viel mit der Geschichte, mit politischem und persoenlichen Denken der Khmer beschaeftigt.
Es war fuer uns einfach wichtig zu wissen, wie die Menschen nach dieser Zeit mit ihrem Leben umgehen. Wie die Menschen ueber ihre Politik denken. Doch viele reden gar nicht darueber … weil sie immer noch Angst vor ihren eigenen Leuten haben. Die politische Vorgehensweise in diesem Land ist sehr korupt, was sich zusaetzlich zum damaligen Regime leidtragend auf die Bevoelkerung auswirkt. Kambodscha zaehlt zu eines der aermsten Laender Asiens. Deshalb zieht es viele Menschen in die Kriminalitaet und Prostitution. Auch Kinderprostitution ist traurigerweise sehr present.
Das Land ist "gerade erst" im Aufbau und Leute die Geld ins Land bringen, scheinen recht willkommen zu sein.
Phnom Penh haben wir als recht ruhige (wenn nicht gerade Hauptverkerszeit ist), mit wunderschoenen Gebaeude im "Khmerstil" umsaeumte, Stadt empfunden. Spuren der franzoesischen Kolonialzeit sind immer noch stark zu erkennen. Die Stadt ist voll im Aufbau, grosse Investoren haben auf dieses noch heranwachsende Land ein Auge geworfen. Was wir in dieser Stadt mit der Zeit erkannten war, dass eine starke Kluft zwischen Reichen und Armen besteht. Die Stadt waechst und waechst, Zwangsevakuierungen werden gemacht und fuer den einzelenen Einwohner, der schauen muss dass er am naechsten Tag ueber die Runden kommt, gibts oft nichts. Die Armen bleiben immer noch arm. Ein durchschnittlicher Kambodschaner verdient $ 50,- pro Monat. Arbeitet dafuer aber zeitweise 7 Tage die Woche und 12h pro Tag. Viele Kinder muessen neben der Schule, wenn es sich die Eltern leisten koennen diese zur Schule zu schicken, bis in die spaeten Nachtstunden in Phnom Penh Buecher und sonstiges an Touristen verkaufen gehen. Weil meist der alleinige Verdienst des Vaters nicht ausreicht. Die aermsten Lebensverhaeltnisse der Menschen haben wir groesstenteils nur in und um Staedten erkannt. Menschen die auf der Strasse leben und betteln, Kinder die mit Baby’s betteln gehen und nicht zu uebersehen sind die stark unhygienische Verhaeltnisse in denen sich diese Menschen bewegen.
Die Armut und Trauer der Menschen zu sehen war anfangs natuerlich sehr bedrueckend, doch wir haben viel von diesem Land gelernt in den letzten 2 Monaten, sodass uns das Land mit dessen wirklich herzensfreundlichen Menschen, sehr ans Herz gewachsen ist.
Die Menschen sind ganz auf buddhistische Art waaaahnsinnig freundlich. Man wird ueberrall nett begruesst und angelaechelt. Sie koennen also trotz allem noch ein Laecheln und einem ein Gefuehl von Freundlichkeit geben.
Sihanoukville und umliegende Inseln 21.12 - 6.2.
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In Phnom Penh wohnten wir, wie auch auf den Fotos ersichtlich, in einem voll gemuetlichem Gaestehaus direkt am See...wo wir taeglich den wundschoenen Sonnenuntergang geniessen durften. Dort haetten wir es sicher noch laenger verweilen koennen ... aber es wurde uns dann schlussendlich doch zu heiss sodass wir uns entschlossen die Weihnachtsfeiertage am Meer in Sihanoukville (Kompong Som) zu verbringen. Dort feierten wir Weihnachten und Silvester, am Strand. In der Silvesternacht war der ganze Strand gesaeumt von einer Menschenmenge. Der ganze Strand war von Sonnenuntergang bis tief in die Nacht erhellt von tausenden von Feuerwerkskoerpern. Es waren aber nur ca. 3 od. 4 unterschiedliche Sorten von Feuerwerkskoerper, doch das stoerte keinen der vielen Kambodschaner die hier in Sihanoukville oft ihre Feiertage verbringen. Es waren ohnehin fast ausschliesslich sie, die die Feuerwerkskoerper nur noch so wild durch die Gegend schossen. Das war ein Erlebnis.... Silvester am Strand auf kambodschanische Art! An diesem ersten Strand (Ocheatel Beach) wo wir die ersten 2 Wochen in einem gemuetlichen Gaestehaus verbrachten, waren wir schon sehr begeistert vom Strandleben in Kambodscha ... dies war aber der Strand wo noch recht viel Menschen sich taeglich aufhielten, sei es Einheimische od. Touristen ... trotzdem war es ein herrliches Gefuehl am Morgen aus unserem kleinem Dachbodenzimmerchen runter zu kommen und von der grossen Terasse (30m breit) eine traumhafte Aussicht auf den hauseigenen Strand mit stilltreibendem Meer, zu geniessen. Dies war zu dieser Zeit wohl das gemuetlichste Gaesthaus mit der wunderschoensten Atmosphaere.
Nach diesen zwei Wochen Party mit neuen Bekanntschaften, mit Kinder spielen die dort in Haufen ueberall herumtummelten und mit Verkaeuferinen diskutieren warum man nach dem 5ten mal nichts mehr abkaufen moechte, wollten wir uns dann doch zu einem ruhigeren Strand begeben. Wir hatten an diesem ersten Strand sehr viele neue Bekanntschaften gemacht, die alle auf Suedostasienreise waren, aus verschiedenen Nationen stammten und dann auch wie wir in diesem so schoenen Gaestehaus bis zu einem Monat verweilten. So wechselten wir zu einem etwas abgelegeneren Strand, zudem nicht einmal eine Teerstrasse fuehrt. Die letzten 2 km faehrt man nur auf roter Ackerstrasse. An diesem Strand (Otres Beach) fuehlten wir uns wie im Paradies. So weit das Auge reichte, feinkoerniger Sandstrand (fast wie Mehl) und wunderschoen hellblaues seichtes Wasser…wie ein riiiiesen grosser Pool….und vor allem weniger touristisch … den fanden wir traumhaft …. Dort verbrachten wir ca. einen Monat bei 2 netten Londoner die gerade erst kuerzlich ihr neues Guesthouse am Strand eroeffneten. Dort genossen wir taeglich das wundervolle Strandleben und all das, fuer dass wir bisher noch nicht soviel Zeit hatten. Vor allem weil die vielen Verkaeuferinen und Kinder uns am ersten Strand immer ablenkten und auch stressen konnten. Auf Reisen scheint einem die Zeit manchmal noch schneller zu vergehen, als sie es sonst schon tut. Deshalb genossen wir dort dann auch mehr die Zeit fuer uns mit lesen, jonglieren, Gitarre spielen und einfach nur den traumhaften Strand geniessen. Die Gaestehaeuser an diesem Strand sind nochmal um einiges gemuetlicher und uriger aufgebaut als wie dieses am ersten Strand. Wie ihr vielleicht schon auf den Fotos erkannt habt sind diese Gaestehaeuser nicht gerade riesig, sondern einfache kleine Strandhuetten mit jeweils nur ein paar Zimmer und gewisse haben auch noch Bungalows zum vermieten. Aber alles noch im kleinen Stil. So gut wie alle Haeuser bestehen fast nur aus Holz und Stroh. Bei einigen hat man sogar den Sand unter den Fuessen bis hin zur Bar und zum Esstisch. Die Gaestehaeuser sind nicht ans oeffentliche Stromnetz angeschlossen und haben keine zentrale Wasserversorgung. Jedes Gaestehaus hat einen Generator der dann je nach Bedarf eingeschaltet wird … jedoch bei den meisten erst am Abend fuer mehrere Stunden. Wasser bekommt jedes einzelne aus einem eigenen Brunnen, wo das Wasser in einen Tank regelmaessig gepumpt wird (logischerweise nur moeglich wenn der Generator laeuft). Also das noetigste ist vorhanden, um an einem eh schon so paradiesischen Strand verweilen zu koennen. Vielleicht jedoch weniger was fuer eitle Menschen.
In dieser Zeit haben wir viele Gaestehausbesitzer besser kennengelernt …. meist sind diese ja Westler. Diese sind allesamt ganz nette Leute mit denen wir dann auch oft beisammen gesessen sind. Ein Gaesthaus hatte sogar ein kleines Kino mit Leinwand am Strand. Hinter der Strasse vom Strand ist nichts als rote Erde und weite wunderschoen begruente Landschaft … so bekommt man an diesem Strand noch mehr ein Naturgefuehl, da staendig Herden von Kuehen den Strand abklappern und ueber die Wiesen ziehen. Die Tierwelt hier ist auch herrlich. Viele Leute besitzen Enten, Huehner, Kuehe, Hunde und einer hat sogar einen Affen. Umso wohler fuehlt sich natuerlich Nicole mit den vielen Tierchen.
Doch trotz wunderschoenem Strandleben bekommt man die Armut auch mit, wenn Kinder im Alter zwischen 5 - 13 j., am Dosen sammeln sind, die sie dann bei einer Sammelstelle fuer wenig Geld einloesen. Mit diesen Kindern spielten wir hin und wieder… was Ihnen sehr viel Spass bereitete, zwischen den “Arbeitsstunden”. Das Dorf in dem sie leben besuchten wir oft um ein paar Lebensmittel zu kaufen.
Wir hatten nach ca. 3 Monaten reisen, mindestens 15.000 km allein auf dem Landweg zurueckgelegt und goennten uns hier eine Pause. Doch es ging an diesem Strand noch einigen Travaller gleich, und somit waren viele die sich sogar schon mehere Monate dort aufhielten (auch zeitweise arbeiteten). Hier machten wir viele nette und lustige Bekanntschaften.
Kampot 6.2. - 13.2.
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Nach Sihanoukville, wo wir eine Visumverlaengerung machten, gingen wir (wieder in Richtung Vietnam) fuer ca. 5 Naechte nach Kampot, wo wir auf unserem floating Bungalow, ueber einem Fluss, eine Wahnsinnsaussicht genossen. Nachts wenn man schwimmen ging, und seine Arme und Beine schnell bewegte, leuchtete das Wasser (Plankton) um einen herum. Dann noch mit der Taucherbrille um, fuehlte man sich als fliege man durch die Milchstrasse. Dort erkannten wir wieder, wie so oft auf unserer Reise, wie wunderschoen und atemberaubend die Erde ist.
Nachdem wir zwar schon einen guten Ueberblick uebers Land und deren Leute mitbekommen haben, machten wir uns auf den Weg nach Thailand, Bangkok, da uns das Visum wieder die Zeit angegeben hatte. Da wir die bekannteste Sehnswuerdigkeit, das wundervolle Angkor mit seinen prunkvollen Tempel und Palaeste, noch nicht sahen und wir noch mehr von Kambodscha sehen wollten, mussten wir einfach wieder zurueck in dieses Land kommen. So gings dann mit dem oeffentlichen Bus zur Grenze Koh Kong und weiter mit dem Minibus und dann oeffentlichen Bus weiter nach Bangkok. Es war eine laaange anstrengende Tagesreise … ca. 12h waren wir unterwegs.
Alles weitere zu Bangkok auf der Thailand Seite.
los trotamundos