Siem Reap, Tempelanlagen von Angkor 13.3. - 18.3.09
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Am 13.3.09 gings mit dem Bus (12h) von Koh Chang nach Seam Reap. Die Stadt Siam Reap ist durch die prachtvollen Tempelanlagen von Angkor bekannt. Die angkorianische Epoche ging vom 9. Jhd. bis 15. Jhd. Die ersten Tempelanlagen beginnen schon nach ca. 10 km ausserhalb von Seam Reap. Dementsprechend profitiert diese Stadt durch grosse Investoren (Hotels, Restaurants, Bars etc.) oder mit schoenen Paerken. In dieser Stadt sieht man die Reichtumsunterschiede deshalb sehr stark. Neue Luxushotels schiessen in die Hoehe die gerne mal ueber 1000$ pro Nacht kosten duerfen und nebenan befinden sich immer noch die Strassenrestaurants, indenen Khmers auf Plastikstuehlen zu Abend essen. Ob viele Einheimische in dieser Stadt von den Tempelanlagen profitieren? Waehrend des Tages bekommt man auf den Strassen von Seam Reap nichts mit von Touristen mit, da die meisten nur kurze Zeit zu Verfuegung haben und deshalb den Siem Reap Aufenthalt auf das Wesentliche ‘die Tempelanlagen’ beschraenken. Wir nahmen uns trotzdem ein paar Tage Zeit fuer die Stadt.
Wir haben uns fuer ein eintaegiges Ticket von 20 $ gekauft und die weiteren 20 $ fuer jeden weiteren Tag (was wir fuer sehr teuer befanden), haben wir uns dann lieber fuer einheimische Verkaufsstaende aufgespart. Wie ihr auf den Fotos erkennen koennt sind die Tempelkomplexe von Angkor riesig gross, mit wunderschoenen Wandverziehrungen und Figuren in Stein gemeiselt. Da sich die vielen Tempel mitten im Dschungel befinden, sind viele Teile stark mit riesigen alten Baeumen verwachsen. Das ergibt ein wunderschoen maerchienhaftes Bild. Wir waren fasziniert von dieser maechtigen Tempelstaette, diese bis ins kleinste Detail verziert und geplant wurde. Allein das Areal das am naehesten zur Stadt Seam Reap liegt ist ueber 200 qkm gross. Aber das eintages Ticket reichte uns fuer die ‘offiziell’ schoensten und groessten aus. Wir konnten zwischen den verschiedenen Tempeln immer wieder gemuetlich eine Pause mitten im Dschungel einlegen um einen Snack zu uns zu nehmen etc.. So gestalteten wir den Ausflug mit dem gemieteten Tuk Tuk-fahrer, der uns von Tempel zu Tempel fuhr, so richtig schoen. Am Ende des Tages waren wir so totmuede, dass wir dann froh waren nicht ein 2-tages Ticket genommen zu haben. Es war sehr faszinierend, die bis zu 1000 Jahre alten Tempelanlagen zu erkunden.
In den Tagen wo wir die Stadt Seam Reap etwas erkundigten, besichtigten wir auch das wenig besuchte Kriegsmuseum. Der Mann, (28 Jahre) der uns durch die Anlage mit den ganzen Kriegsinstrumenten fuehrte, erzaehlte uns aus seinen eigenen traurigen Erfahrungen. Er wurde selbst einmal ein Opfer einer Minenexplosion und muss die Schmerzen davon noch Jahre spaeter ertragen. Diese 2 Stunden in dem Muesem waren sehr bedrueckend und ergreifend. Wir konnten viel mitnehmen von diesem Nachmittag. Er selber sprach, wie auch viele andere in diesem Land, nicht gut ueber die politische Vorgehensweise in Kambodscha. Da der Mann sehr freundlich war, besuchten wir ihn nach ein paar Tagen wieder, brachten ein wenig Gebaeck mit und er lud uns dann auch in sein Haus hinter dem Kriegsmuseum ein, welches er mit seinem Onkel (der einzige ueberlebende seiner Familie) bewohnt. Er arbeitet Voluntaer fuer das Kriegsmuseum.
Phnom Penh (Hauptstadt) 18.3. - 25.3.09 (erste Informationssammlung fuer eine Spende)
Nach 5 Tagen Seam Reap gings am 18.03.09 dann zum zweiten mal nach Phnom Penh. Dort trafen wir wieder ein paar Bekanntschaften (Khmers), die wir hier zuvor gemacht hatten. Wir hatten uns in der Zwischenzeit schon rege Gedanken gemacht wie wir hier, in Kambodscha, eine Hilfe fuer die arme Bevoelkerungsschicht leisten koennen. Eine Hilfe die natuerlich effektiv sein sollte. Da wir dieses Land mit Leute so gern haben und uns ja auch deshalb so lange hier aufhalten, haben wir mehrmals mit Kambodschaner darueber gesprochen, die uns viel in punkto “wie am besten helfen” mitteilen konnten. Wir bemerkten, dass es nicht so leicht ist einfach zu helfen. Vor allem weil es so viele Bereiche in diesem Land gibt wo die Menschen Hilfe braeuchten. Es gibt zwar viele Hilfsorganisationen im Land, jedoch scheinen einige fragwuerdig zu sein. So informierten wir uns dieses mal stark ueber Hilfsorganisationen im Lande. Befragten hierzu Kambodschaner, was sie davon halten. Nicole ging einmal mit einer Organisation mit in ein sehr armes Dorf, welches ausserhalb von Phnom Penh liegt. In diesem Dorf fehlte es an Wasser, Essen und medizinischer Hilfe. Meist sind dies Menschen die aus Phnom Penh zwangsevakuiert wurden und nun zu wenig Land besitzen um fuer sich selber zu sorgen (Reisanbau etc.). Die Organisation faehrt 2x woechentlich in zwei solche Doerfer, um diese mit einem Pfleger medizinisch zu versorgen und sie mit Essen zu beliefern. Ich half der Organisation Reis, Salz, Zucker, Fischsauce (konserviert) und Wasser an jede einzelne Familie im Dorf zu verteilen. Die Menschen begruessten uns schon beim Einfahren ins Dorf winkend und schreiend. Es war ein ergreifendes Gefuehl Menschen zu helfen denen es sogar an lebenswichtigen Dingen mangelt, und die vor allem im Moment keine Aussicht auf ein langes schmerzfreies Leben haben. Ich sah so eine Freude nie zuvor in meinem Leben, als wir den Dorfbewohner Essen uebergaben, medizinische Hilfe leisteten und sie deshalb uebergluecklich waren.
Habe bei diesem Besuch bemerkt, dass diese Organisation aufjedenfall was gutes macht. Zumindest fuer eine gewisse Zeit. Diese Organisation lebt nur von Spenden. Wir ueberlegten uns nach diesem Trip umso intensiver wie man noch helfen koennte. Vor allem wie man fuer die Zukunft helfen koennte.
Ein Kambodschaner den wir im Gaestehaus als Tuk Tuk-fahrer kennengelernt hatten, sprach mit uns oft ueber die Problematik im Land. So sind wir schlussendlich darauf gekommen, dass Bildung, fuer die fast 40% Kambodschaner die unter 14 jahren sind, sehr wichtig waere und ist. Nicht jeder kann sich die staatliche Schule leisten. An Schulmaterial fehlt es in diesen Schulen auch meist, da der Staat fuer solche Kosten nicht aufkommt. So schicken viele Familien ihre Kinder nicht zur Schule oder nehmen sie fruehzeitig wieder heraus, da nicht genuegend Geld fuer Schuluniform oder Schulmaterial zu Verfuegung steht. Deshalb muessen die Kinder oft schon in jungen Jahren streng arbeiten. Englisch wird an den staatlichen Schulen nicht unterrichtet. Fuer diese Stunden muessen die Familien die Kinder in eine Privatschule schicken, die ohnehin zu viel kostest.
Da es in einem Land wo der Tourismus waechst wichtig waere Englisch zu lernen, empfinden wir (nach vielen Gespraechen), dass es notwendig ist junge Kambodschaner in Bildung zu unterstuetzen. Damit koennte man die Kinder zukuenftig vor minderwaertigen Arbeiten, Kriminalitaet und Prostitution schuetzen, was leider schon seit laengerem ein ernstzunehmendes Problem in Kambodscha ist.
Dieser Tuk Tuk-fahrer, Mr. Thea, machte uns den Vorschlag sein Dorf Pangna zu besuchen um uns einen Eindruck von der Situation zu machen (ueber diesen Besuch berichten wir spaeter). Denn er meinte auch in seinem Dorf habe die Schule und deren Dorfbewohner zu wenig Geld um Schulmaterial zu kaufen, oder gar laengerfristig die Kinder in die Schule zuschicken. Denn die Schule kostet ihnen laengerfristig zu viel Geld. Der Staat bezahlt zwar die Lehrer fuer den Hauptunterricht jedoch kommt er nicht fuer Schulmaterial und Schuluniform auf. Englischunterricht wird staatlich nich finanziert. Um englisch zu lernen, muessen auch diese Kinder in eine Privatschule gehen. Fast keine Familie dieses Dorfes kann sich solch eine Schule leisten. Englisch wird jedoch zusaetzlich zur Grundausbildung in den Staedten Kambodschas gefordert, um eine anstaendige Arbeit zu bekommen mit einem ausreichenden Verdienst.
Wie wir dann bald erfahren haben, leben die Dorfbewohner von Pangna fast ausschliesslich von der Landwirtschaft, spez. Wassermelonen und Reis.
Die Provinz in dem sich dieses Dorf Pangna befindet, heisst Kompong Speu. Es war eines von mehreren stark betroffenen Gebieten im roten Khmer Regime. Viele muessen bis heute noch darunter leiden.
<Geschrieben am 10. Juni >
Wir arbeiten nun schon seit laengerem fest daran einen Plan zu erstellen, um eine sinnvolle und effektive Spendenaktion fuer dieses Dorf/Schule durchzufuehren. Jedoch koennen wir fuer das Gesamte, des dafuer notwendigen Spendengeldes, nicht alleine aufkommen. So sind wir natuerlich auch auf eure Hilfe angewiesen. Denn mit einer grossen Beteiligung von euch Zuhause, koennte man fuer die Zukunnft dieser Schueler viele Tueren oeffnen. So lassen wir Euch nun ein wenig ueber diesen Text und unser Vorhaben nachdenken. Wenn ihr Fragen habt oder Anregungen dann schreibt uns doch ins Gaestebuch oder bei persoenlicheren Mitteilungen im Kontakt. Alle weiteren Informationen und Berichte ueber unsere Spendenaktion, findet ihr unter der Rubrik “Hilfsprojekt in Kambodscha”.
Sihanoukville (Kompong Som) 25.3. - 10.5.09
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Nach einer Woche Phnom Penh inkl. Kompong Speu, gings dann am 25.3.09 wieder nach Sihanoukville (Kompong Som). Da wir dort doch schon viele Bekanntschaften gemacht hatten, wollten wir diese Gaestehaeuser an diesem abgelegenen Strand wieder besuchen gehen. Der Strand hats uns halt angetan :o) …
So gings dann wieder direkt zum Otres Beach. Dort verbrachten wir unsere Geburtstage … hatten ja unseren 25. Geburtstag. Den haben wir dementsprechend auch praechtig gefeiert. Wir haben uns dort nach einer Woche einen Bungalow fuer einen Monat gemietet (kommt billiger wenn man gleich sagt dass man laenger bleibt). So fuehlten wir uns fuer diese Zeit so richtig wie zu Hause. Hatten einen 40 m2 ‘Bungalow’ auf Pfaehlen und ein grosses Grundstueck das begruent und besandet war. Das war das richtige fuer die Geburtstagszeit. Dieser Teil vom Strand war noch abgelegener als die der anderen Gaestehaeuser. Wir hatten nette Nachbarn … einen Einheimischen der uns Khmer sprechen lernte und ein Tscheche der einen Affe und 5 junge Hunde hat. Dies gefiel uns natuerlich sehr diesen Affen mit den Hunden beim rumtollen zuzuschauen…ist ja nicht gerade ein gaengiger Anblick. War toll diesen Affen in frei lebender Natur zu sehen. Wenn ihm dann mit den Hunden zu langweilig war, brach er gerne bei uns im Bungalow ein, um bei uns wieder einen Saustall zu verursachen…dass war ja immer eine Sauerei danach!!!! Aber auf den kleinen erst 4 Monate alten Affen konnten wir einfach nicht boese sein :o).
Der Strand war zu dieser Zeit schon um einiges ruhiger geworden. Fast keine Touristen mehr. Vielleicht ein, zwei pro Tag waren zu sehen. Da die Hauptsaison nun zu Ende ist, schwaecht der Tourismus auch ab. Die Regensaison hatte zu dieser Zeit noch nicht richtig begonnen. Jedoch sind Regenguesse oefters geworden und wir konnten zeitweise fast taeglich ein sensationelles Gewitter bestaunen. So viel Wetterleuchten und Blitze in kuerzester Zeit haben wir noch nie gesehen. Das Wetter hatte sich aufjedenfall stark geaendert … doch es gab immer wieder wunderschoene sonnige Tage dazwischen, wo dass Meer wieder hellblau bis tuerkis und stilltreibend war. So gab es viel mehr Abwechslung…und wir konnten dort immer mehr wunderschoene Wolkenformationen bestaunen.
Heisser ist es um einiges mehr geworden (der Mai sollte hier der heisseste Monat werden)… durch den Wind wirds leicht ertraeglich. Am Meer ist dies gerade so angenehm. Bei staerkeren Regenguessen konnte es zeitweise sogar richtig kuehl werden.
Was wir nach den viele Regenguessen bemerkt hatten, dass die Landschaft nochmal schoener/farbiger geworden war…die Landschaft blueht jetzt erst richtig auf. Die Reisfelder leuchten wunderschoen gruen... Wir waren richtig erstaunt als wir das zweite mal nach Kambodscha kamen…wie alles so wunderschoen gruen geworden war. Deshalb verspuerten wir auch immer mehr den Drang die noerdliche Landschaft Kambodschas zu bereisen. In der Regensaison ist es jedoch sehr schwer moeglich, die abgelegenen Nordprovinzen, wie wir noch erfahren werden, zu bereisen. Hauptproblem ist, dass es keine geteerten Strassen mehr gibt. Das kannten wir zwar noch von der Mongolei, jedoch ohne Regen.
Am 10.05.09, nachdem wir unseren Geburtstag und die dritte Neujahrsfeier (buddhistisches Neujahrsfest) in diesem Jahr feierten, machten wir uns wieder auf den Weg nach Phnom Penh. Dort loesten wir die Einladung von Mr. Thea (dem Tuk Tuk-fahrer), sein Dorf Bang Na zu besuchen, ein. Da wir dieses Dorf (Bang Na) besuchen wollten um vielleicht eine Spende fuer die Schule zu leisten, findet ihr den Bericht zum Aufenthalt in Bang Na unter der Rubrik Vorbereitungen zum Hilfsprojekt in Kambodscha.
los trotamundos