los trotamundos

Letzter Besuch in Pangna

Am 21.12.09 kamen wir nach über 2 Monaten Aufenthalt in Australien zurück nach Kambodscha in unser geliebtes Dörfchen Pangna. Wir waren etwas angespannt zu sehen ob auch wirklich zufriedenstellend unterrichtet wurde. Als wir im Dorf ankamen (das erste mal auf eigene Faust mit einem Kleinmotorrad), hatten uns viele zugewunken und hergewunken die wir jedoch gar nicht kannten. Es war, wie uns bald bestätigt wurde, wirklich publik im Dorf geworden. Kein Wunder, denn von vielen dieser kinderreichen Familien, besuchten mindestens eines ihrer Kinder den geförderten Englischunterricht. Die Kommunikation mit den dankbaren Eltern war nicht ganz einfach, da unser Khmer logischerweise noch sehr lückenhaft ist. Dazu übersetzte Mr. Seng Thy jedoch das meiste, der uns ja oft begleitete.

 

Manuel half der Familie Seng auch etwas bei der Reisauslese, welche sehr anstrengend ist aber interessant. Zu dieser Zeit war jeder im Dorf mit dieser Arbeit beschäftigt. Fam. Seng, bei der auch die älteren Kinder mithalfen, hatte in der abgeschlossenen Saison ca. 3000Kg Reis geerntet, ohne maschinelle Hilfe!! Wem bekannt ist wie Reis kultiviert wird, der weiss wie hart jedes Kilo Reis erarbeitet werden muss. Diese Menge dient der Familie von Mr. Thy als Vorrat für das nächste Jahr. Der Rest wird ans Nachbardorf für eine geringe Entlohnung verkauft oder gegen Gemüse und Früchte getauscht.

 

Am nächsten Tag besuchten wir die Schule, um während des Unterrichts die Kinder zu prüfen und kontrollieren, was und wie gut sie bereits Englisch gelernt hatten. Das machten wir natürlich sehr spielerisch mit einigen Preisen (Malstifte, Bleistifte, Hefte), sodass dies die Kinder gar nicht so realisierten. Grundsätzlich war es ja mehr ein Überprüfen der Lehrer!

Die Schüler des jüngeren autorithären Lehrer Mr. Houth, nahmen sehr motiviert und begeistert am Englischunterricht teil und konnten daher auch schon um einiges besser Englisch. Diese zwei Gruppen die Mr. Houth unterrichtet, hatten das Alphabet mit jeweils einigen Vokabeln sehr genau gelernt.

Die Schüler von Mr. Vutha nahmen ebenfalls begeistert am Unterricht teil, wurden jedoch nicht so diszipliniert gelehrt. Für die zweite Gruppe, meinte Mr. Vutha, hätte er eigentlich zu wenig Zeit (da er noch an anderen Schulen unterrichtet). Wir hatten schon im Vorfeld von Mr. Thy gehört, dass er öfters zu spät zum Unterricht erschiene. Wir einigten uns deshalb, dass wir einen neuen Lehrer für die zweite Gruppe (fuer die älteste Gruppe) von Mr. Vutha, suchen. Wir enschlossen uns schlussendlich für Mr. Ly Samphos der an privaten Schulen Englisch und EDV unterrichtet. Mr. Ly Samphos machte einen sehr qualifizierten Eindruck bei uns. Seine englische Aussprache ist sehr präzise, was sehr wichtig für uns war. Sogar professionelle englischsprechende Asiaten bringen oft ihren unüberhörbaren Akzent mit, wie man es auch von vielen europäischen Länder kennt. Seine Gehaltsansprüche sind etwas höher.

 

Wir verhandelten 4 USD/Unterrichtsstunde, was einem Monatsgehalt von 64,- USD entspricht. Er übernimmt somit den Unterricht der ältesten Gruppe (von Mr. Vutha) ab 02.01.2010, der immer samstags und sonntags jeweils 2 Stunden stattfindet. Er unterrichet also eine Stunde weniger pro Woche wie Mr. Vutha, kostet nur etwas mehr, ist jedoch umso effizienter im Unterrichten der ältesten Gruppe. Somit sollten die älteren Schüler durch diesen neuen dritten Lehrer mit einem guten Niveau das Schuljahr 2009/2010 abschliessen können. Da Mr. Vutha nur noch eine der jüngeren Gruppen unterrichtet, somit halb soviel Stunden arbeitet wie Mr. Huoth, erhält er ab Januar 2010 nur noch 30,- USD pro Monat.

 

Bei diesem und letzten Aufenthalt in Pangna im Schuljahr 09/10, konnten wir uns entgültig vergewissern, dass die Kinder effektiv unterrichtet werden.

Als wir wieder einmal mehr bemerkten wie begeistert die Kinder den Unterricht besuchen und wie dankbar deren Eltern dafür sind, konnten wir uns kein schöneres Weihnachtsgeschenk vorstellen. Wir gaben ihnen die Zusage, dass wir ihnen das gesamte Schuljahr 09/10 finanzieren werden.

Bei Mr. Thy und seiner Familie bedankten wir uns vor allem für die stetig herzliche Gastfreundschaft in ihrem Haus.

Wir verliessen wehmütig, jedoch mit einem sehr guten Gefühl etwas gutes und sinnvolles ins Rollen gebracht zu haben, Kambodscha. Es wurde alles nötige abgeklärt, um die drei Lehrer ohne unsere Anwesenheit bis Ende Schuljahr unterrichten zu lassen.

Vielen Dank an all jene, die uns bei dieser erfolgreichen Spendenaktion unterstützt haben!