Erste Informationssammlung fuer das Spendenprojekt

Besuch im Dorf Pangna und deren Schule (Provinz Kompong Speu)

 

Am 10.05.09 machten wir uns wieder auf den Weg nach Phnom Penh, wo wir die Einladung, zum Heimatdorf von Mr. Thea (den Tuk Tuk-Fahrer), einloesten. Es bot sich fuer uns also an, die Schule und das Dorf (Pangna) etwas kennenzulernen und wenn gefordert, hier eine Spende zu leisten. Dieses Dorf, Pangna (Provinz Kompong Speu) liegt ca. 1 Stunde (mit dem Motorrad) von Phnom Penh entfernt.

Mr. Thea lud uns zu sich nach Hause ein. Er und seine Familie leben in einem recht bescheidenen Holzhaus auf Pfaehlen mit nur 2 Zimmern und einer Kueche. Wir schliefen mit seiner gesamten Familie, seiner Frau und 4 Kindern, im selben Raum. Wir bekamen als Gaeste natuerlich ihr Bett zum schlafen, was wir annehmen mussten*g*. Das Bett hatte ohnehin keine Matratze, was auch nicht unueblich in Kambodscha ist. Dies sind wir nun aber schon einigermassen gewohnt, da wir eben schon gut geuebt sind im Sitzen und Schlafen auf Holzboeden.

 

Pangna und Lebensumfeld

Das Dorf Pangna hat ca. 300 Familien und alle leben vom Ackerbau. Meist wird Reis und Wassermelonen angebaut. Bei einer guten Ernte (was das richtige Wetter voraussetzt), reicht es dann nicht nur fuer den Eigengebrauch, sondern auch fuer den Verkauf an die Nachbardoerfer. Die Arbeit ist hart und ausreichend Geld verdienen sie dadurch auch nicht. Krankenversicherungen z.b. sind hier fuer niemand leistbar!

Es reicht zumindest fuer den einzelnen aus, um nicht Hungern zu muessen, und sich vielleicht einmal eine Kuh als Investition (sollte z.B. jemand in der Familie ins Krankenhaus muessen, kann sie verkauft werden) zu leisten. Manche Bauern in diesem Dorf haben somit mehr “angespartes”, da sie mehr Land besitzten (um zu bewirtschaften) und mehr Kuehe. In diesem Dorf hausen allesamt, wie auch Mr. Thea, in kleinen Holzhaeusern auf Pfaehlen. Diese Familien in Pangna leben, wie der grosse Teil in Kambodscha, sehr bescheiden. Fuer wenige reicht das Geld fuer ein gebrauchtes Motorrad/Moped, mit dem sie dann in Phnom Penh auch die Chance haben z.B. als Tuktukfahrer nebenbei Geld zu verdienen. Vielen Familien in diesem Dorf, wie wir schon erwaehnt haben (erste Gespraeche mit Mr. Thea), ist es finanziell nicht moeglich die Kinder laengerfristig in die Schule zu schicken, geschweige ihnen die noetigen Schulmaterialien etc. zu kaufen.   

 

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes in Pangna, gingen wir fruehmorgens die Schule besuchen. Die Kinder dieser Schule sind zwischen 6 und 13 jahre alt (primary und secundary school). Die Kinder waren richtig begeistert uns zu sehen. Ist ja nicht ueblich dass hier zwei Auslaender das Dorf besuchen. Wir wurden jedenfalls von allen gastfreundlich aufgenommen. Man sah die Freude und Neugier wider, wie wir sie schon allgemein von Kambodschanern kannten, die nicht viel mit Touristen zu tun haben. Da darf man sich nicht beobachtet fuehlen, denn Kambodschaner schauen halt gerne interessiert den Auslaendern zu (aber auch untereinander).  

 

Zustand der Schule

Einer der Direktoren lud uns ins Lehrerzimmer ein, wo wir schon einmal die ersten Informationen ueber die Schule bekamen. Wir unterhielten uns dort mit den zwei Direktoren und unserem Mr. Thea, der uns in dieser Zeit als Uebersetzer diente. Das Schulgebaeude mit Inneneinrichtung wurde 1997 renoviert, unter Japanischer Hilfeleistung, davon sahen wir auch eine Urkunde. Seitdem wurde an dieser Schule nichts mehr erneuert. Wir erfuhren, dass die Schueler keine Schreibhefte geschweige denn Schreibstifte haben. Es wurde zwar einmal eine Spende von einem Paerchen durchgefuert, die Hefte und Stifte fuer ein Schuljahr gespendet haben, jedoch waren diese dann nach dem Schuljahr auch wieder fertig.

 

Wir erfuhren, dass der groesste Teil der Eltern dieses Dorfes motiviert sind, die Kinder zur Schule zu schicken, auch wenn es ihnen finanziell nicht immer moeglich ist. Das war fuer uns ebenfalls ein wichtiger Punkt um solch eine Spende durchzufuehren. Denn nicht viele der aelteren Generationen finden es fuer notwendig, ihre Kinder zur Schule zu schicken, da es fuer diese oft sinnvoller ist die Kinder auf dem Feld zu gebrauchen.

 

Allgemeiner Ausbildungszustand, Ueberzeugung zum Englischunterricht

Wie wir herausfanden, hat man mit einer Grundausbildung und zusaetzlich noch mit Englischkenntnissen schon sehr gute Chancen eine gut bezahlte Arbeitsstelle unter humanen Arbeitsbedingungen, zu bekommen. Da das Land lange Zeit wirtschaftlich nicht interessant war, aufgrund inner-, und ausserpolitischen Problemen (Stichwort Rote Khmer Regime, welches erst 1998 komplett zerschlagen werden konnte), boomt es fuer auslaendische Investoren, und es bietet der Bevoelkerung zumindest einen Hauch einer Chance, auch davon profitieren zu koennen. Ausbildung ist zu dieser Zeit in diesem Land sehr wichtig, vor allem um zu verhindern, dass Kinder in die Prostitution, Kriminalitaet oder in nicht humane Arbeiten verfallen! Das stellt leider ein grosses Problem in Kambodscha dar.  

Bei letzteren Generationen wurde Ausbildung oft verabsaeumt, alleine schon wegen jahrzehntelange Kriege (Indochinakrieg und das Voelkermordregime).

So erfuhren wir, wie schon von Mr. Thea, dass es fuer die Schule dieses Dorfes (Pangna) das groesste Anliegen waere einen Englischunterricht einzufuehren, wie auch das fehlende Schulmaterial den Kindern kaufen zu koennen. Sie meinten auch, dass fuer bessere berufliche Chancen, fuer die Kinder der heranwachsenden Generation, Englisch von Vorteil waere. Man darf nicht vergessen, dass auch fuer Geschaefte mit den Nachbalaender Vietnam und Thailand Englisch gebraucht wird. Die verfuegen bereits ueber einen hoeheren Standard.

Da sich die Familien in diesem Dorf gerade einmal die Schulkleidung fuer ihre Kinder leisten koennen (generell 3$/Schulkleidung) ist es ihnen nicht moeglich einen Englischlehrer zu bezahlen. Wir haben uns in den letzten Tagen viele Gedanken darueber gemacht, ob in einem Land wo es an Geld fuer medizinische Hilfe und oft auch an der Ernaehrung mangelt, wichtig ist, den Kindern Englisch beizubringen. Wir haetten natuerlich am liebsten den aermsten des Landes geholfen. Dies ist aber, wie wir nach vielen Nachforschungen eingestehen mussten, nicht leicht, da viele Faktoren dabei eine Rolle spielen. Allein mit diesem Thema koennten wir weitere Seiten fuellen. Auf dieses Thema gehen wir aber dann lieber mit euch persoenlich ein. So liegt es nicht in unserer derzeitigen Macht den aermsten des Landes zu helfen, sondern denen die wir inzwischen kennenlernten und wir nun wissen, dass diese Familien sich zwar den Start in die Grundausbildung fuer ihre Kinder leisten, aber fuer mehr finanzielle Aufwaende nicht aufkommen koennen.  

Wir sind nun nach vielem studieren und recherchieren ueberzeugt, dass unser Vorhaben fuer die ca. 300 Schueler in Pangna, die motiviert in diese Schule gehen, eine gute Investition fuer die Zukunft waere.

 

Wunsch und derzeit realistische Aussicht fuer die Spendenaktion

Hoechstwahrscheinlich werden wir keine Englischlehrer fuer mehrere Jahre fuer diese Schule bezahlen koennen, vor allem nicht nur mit unserer eigenen Hilfe. So dachten wir, wenn wir mit unseren Leuten zu Hause eine Spendenaktion durchfuehren, an der sich viele beteiligen mit einer kleinen Spende, koennten wir dieser Schule zumindest zwei Lehrer fuer einige Monate bezahlen und je nach Geldeinfluessen, von unseren Bekannten, Freunden, Verwandten, koennten wir auch das noetige Schulmaterial dazu finanzieren. Sollte das Geld eines Tages auslaufen, steht zumindest ein fertiges Konzept zu Verfuegung, dass vielleicht von jemand anderem weitergefuehrt werden koennte. Die Dauer und das Ausmass der Hilfe haengt nun von der Initiative von euch, unseren Leuten zu Hause, ab!

 

Reaktion der Schule

Die Khmer Kinder, wie wir es aus anderen Doerfern mitbekommen haben, lernen sehr schnell Englisch. Auch die Wertschaetzung zur Schule ist, speziell bei jungen Familien sehr gross, weil es hier mehr als ein Vorrecht angesehen wird, etwas zu lernen, zumal es sich nicht alle leisten koennen. Auch solche Familien die es sich nicht leisten koennen/wollen, die Kinder immer zur Schule zu schicken, gaeben wir vielleicht eine Motivation zumindest den Englischunterricht zu besuchen und vielleicht mehr Interesse zur Schule zu wecken.

Der Direktor war uns sehr dankbar, dass wir uns die Zeit genommen haben das Dorf und deren Schule anzuschauen, und dass wir Einsatz zeigen fuer diese Schule eine Spendenaktion durchzufuehren.

 

Der Besuch in dem Dorf Pangna hat uns sehr gut gefallen. Die Menschen nahmen uns in ihrem Dorf sehr herzlich auf und wir hatten sogar noch die Ehre bei einer Hochzeit eingeladen zu sein. Dies war fuer uns natuerlich was ganz besonderes und auch fuer das Hochzeitspaar :o). Wir waren gluecklich mal so ein richtig doerfliches Leben mitzubekommen, wo ueblicherweise kein Tourist hingeht. Und die Menschen hatten auch eine Freude an uns. So planten wir mit Mr. Thea, dass wir nach unserem Trip in den Norden Kambodschas und Laos (diese Berichte folgen spaeter) wieder nach Pangna kommen, mit einer genaueren Vorstellung und einem genaueren Plan des Projekts. Wir hatten naemlich viele Informationen ueber dieses Dorf und deren Schule bekommen, die es erst mal zum ordnen und ueberdenken/ueberarbeiten gab.

Wir konnten also in diesen zwei Tagen, in denen wir von einigen Familien zum Essen eingeladen wurden, einen recht guten Eindruck ueber das Dorf Pangna und seine Bewohner bekommen.

 

Zweiter Besuch in Pangna (neue Infos, Englischlehrer wurden uns vorgestellt) am 02.06.09

 

Da wir derzeit fest am gruebeln und arbeiten sind, diese Spendenaktion fuer das Dorf Pangna durchzufuehren, moechten wir uns nun auf diese Spende konzentrieren.

Wir gingen nach einem Monat reisen in Laos und im Norden Kambodschas wieder am 02.06.09 zurueck in das Dorf Pangna. Sie hatten zu dieser Zeit wieder eine Zeremonie. Dabei wurden die Knochen der Verstorbenen wieder ausgegraben, um sie dann zeremoniell zur Pagode und zu Buddha zu bringen. Da war wieder was los im Dorf. Bei vielen Familien (die betroffen waren und das noetige Geld hatten) wurden Feste gemacht, wo dann weitere Familien eingeladen wurden. Und es wurde gegessen, getrunken und gefeiert. Wir wurden wieder von Bekannten im Dorf eingeladen. So taumelten wir an diesem spaeten Nachmittag bis am abends von Fest zu Fest.

Es war sehr interessant solch eine Zeremonie mitzuerleben. Schon am Morgen frueh um 4 Uhr wurden die Lautsprecher eingeschaltet und Musik und Gebete waren schon zur fruehen Morgenstunde lautstark zu hoeren. Zwischen 4 und 5 Uhr morgens ist die uebliche Zeit der Bauern aufzustehen und auf die Felder zu gehen. Abends um 9 Uhr macht man sich dafuer auch schon bettbereit.

 

Wir besuchten, in diesen 2 Tagen die wir wieder blieben, wieder die Schule und man stellte uns die vorgeschlagenen Englischlehrer vor. Diese hatte der Direktor nach unserem letzten Aufenthalt ausgesucht. Es war fuer uns sehr wichtig zuerst einmal die Englischlehrer zu sehen, die in Frage kaemen, und ihr Englisch ein wenig zu pruefen, was als Kontrolle fur uns galt. Wir besprachen auch die Hoehe des Gehalts und einigten uns bei 60$/Monat und Lehrer. Die zwei Englischlehrer unterrichten auch an privaten Schulen und haetten Zeit jeweils 2 Stunden pro Tag an der Schule in Pangna zu unterrichten. Waehrend des Treffens stellten wir fest (auch mit Hilfe unserer eigenen Englisch Kenntnissen), dass diese zwei Lehrer geeignet sein koennten fuer diese Aufgabe, da sie auch Erfahrung im Englisch unterrichten besitzen. Das Treffen ging ca. 3 Std. und wir tauschten weitere Informationen aber auch Forderungen aus. Wir haben auch bei diesem Besuch wieder bemerkt, dass der Direktor wie auch die Lehrer ueber unseren Einsatz sehr erfreut waren und dankbar sind, dass wir Interesse haben diese Schule zu unterstuetzen. Denn es fehlt Ihnen offensichtlich an finanziellen Mitteln, was an der Schuleinrichtung etc. nicht zu uebersehen war. Dort leisteten wir bereits eine erste Spende und finanzierten der Schule Mappen, Blaetter und Schreibmaterial, groesstenteils fuer die Lehrer.  

 

Weitere Schritte

Am ca. 20 Juni werden wir uns wieder mit dem Direktor und den Lehrer treffen und bis dahin sollten sie wie abgemacht, den Stundenplan fuer 2 Lehrer und 5 -8 unterschiedliche Gruppen/Klassen gemacht haben. Um die ca. 300 Schueler in Gruppen einteilen zu koennen, sollten die Lehrer bereits einen Test durchgefuehrt haben. Dies ist erforderlich, da nicht jeder im gleichen Alter dieselbe Basis (Bildung) besitzt.

 

Wir hoffen Ihr seid mit unseren Berichten genuegend informiert worden, um sich dafuer ueberzeugen zu koennen mit uns zusammen eine Hilfe fuer diese Schule in Pangna zu leisten. Dann hoffen wir mit einer grossen Beteiligung eurerseits, eine erfolgreiche Spendensumme fuer dieses Projekt an dieser Schule, zu sammeln.

Wir haben uns entschieden noch 2 weitere Monate in Kambodscha zu bleiben, damit wir auch die Moeglichkeit haben alles zu kontrollieren. Dies wiederum fordert eine rasche Reaktion eurerseits. Wir koennen dem Direktor dieser Schule natuerlich erst dann bescheid geben, ob wir das Projekt starten koennen, wenn wir erste Feedbacks bekommen bzw. schon die ersten Geldbetraege auf dem Spendenkonto eingelangt sind. Denn dann wuerden wir den Unterricht mit den zwei Englischlehrern so bald wie moeglich starten, dass wir genuegend Zeit haben die Einfuehrungsphase des Englischunterrichts zu kontrollieren, ggf. auftretende Probleme zu loesen und anfallende Hilfe zu leisten.

 

Wir werden in den naechsten 2 Tagen (am ca. 18.06.09) ein Spendenkonto bei einer oesterreichischen Bank eroeffnen und werden dieses dann gleich auf unserer Homepage bekannt geben. Wir waeren denen, die gewillt sind zu helfen, dankbar ueber eine rasche Reaktion.

 

Wir hoffen das viele ein gutes Herz zeigen fuer jene Menschen die nicht die gleichen Moeglichkeiten wie wir besitzen.

         

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit dafuer genommen habt und bedanken uns im Voraus fuer jede Hilfe!

 

Liebe Gruesse

Li hei

Nicole & Manuel